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Aus dem Leben der Kommunistin

Katharina Sennholz

Katharina Sennholz

In der Bachstraße/ Ecke Hochfeldstraße erinnert ein Stolperstein an Katharina Sennholz (1902-1933)
Sie war das erste Opfer der Nazi-Herrschaft in Duisburg.

Das erste Opfer der NationalsozialistInnen in Duisburg war die 31-jährige Arbeiterin und Kommunistin Katharina Sennholz, genannt Käthe. Sie wurde am 1. Februar 1933, also zwei Tage nachdem die Regierungsgewalt im Deutschen Reich an Hitler übergeben worden war, auf offener Straße erschossen.

Am Tatort, der Ecke Hochfeldstraße/Bachstraße erinnert heute ein „Stolperstein“ an die Ermordung. Katharina Sennholz war am Abend des 1. Februar 1933 mit ihrem 18-jährigen Bruder Karl in Hochfeld unterwegs, um, wie Willi Rammacher der Zeuge des Mordes wurde annimmt, Beiträge bei den Mitgliedern der KPD zu kassieren. Sie stand vor dem Haus von Rammachers Onkel und unterhielt sich mit ihren Bekannten. Plötzlich fielen mehrere Schüsse, und Katharina Sennholz lag am Boden.

"Wir haben ein paar Worte gesprochen. [...] In dem Moment schießen die von hinten aus dem Wagen heraus. Vier Schüsse fallen. Da lag Käthe Sennholz da, der Wagen fuhr sofort los..."
Willy Rammacher, Zeuge des Mordes. (zitiert nach "Tatort Duisburg")

Geschossen wurde aus einem Mannschaftswagen der Reichswehr oder der SA, das ist heute leider nicht mehr eindeutig feststellbar. Der Wagen stand vor einer Gaststätte auf der gegenüberliegenden Straßenseite und war Willi Rammacher schon zuvor aufgefallen. Nachdem die Schüsse gefallen waren, fuhren die Täter sofort mit großer Geschwindigkeit davon.

Die Polizei gab sich offenbar keine allzu große Mühe, den Mord aufzuklären. Ihr Bericht ist äußerst knapp gehalten, und einige Details stimmen auch nicht mit der Zeugenaussage Rademachers überein. So fehlt ein Hinweis auf den Mannschaftswagen, mit dem die Täter geflohen sind, völlig und der Tatzeitpunkt ist mit 23:50 Uhr angegeben, während Rademacher von 20:30 Uhr spricht. Empört zeigte sich die nationalsozialistische National-Zeitung über die Erwähnung eines SA-Trupps im Polizeibericht. Die Zeitung schrieb stattdessen von einem weiteren Opfer der Kommunisten, ohne jedoch Motive von KommunistInnen für einen Mord an Katharina Sennholz benennen zu können.

Katharina Sennholz lebte nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt in der Wörther Straße 102. Sie wurde in Hochfeld geboren und lebte dort bis zu ihrem Tod. Leider ist sie heute weitgehend in Vergessenheit geraten, nur in wenigen Büchern, die sich mit Duisburg im Dritten Reich befassen, taucht ihr Name auf. Und auch dort, wo Sie erwähnt wird, handelt es sich um sehr knappe Darstellungen.

Der Stadtteil Hochfeld, aus dem Katharina Sennholz stammte, war den Duisburger NationalsozialistInnen, ähnlich wie zum Beispiel auch Hamborn und Homberg, ein besonderer Dorn im Auge. Die genannten Viertel galten als Hochburgen der KommunistInnen und somit als Feindesland für die Nazis. Nach ihrer Regierungsübernahme führten die Nazis in den ersten Monaten des Jahres 1933 immer wieder Fackelmärsche und Demonstrationen in diesen Stadtviertel durch, um die AnwohnerInnen zu provozieren und einzuschüchtern. Bei mehreren dieser Aufmärsche kam es zu Zusammenstößen mit Toten und Verletzten, sowohl auf Seiten der NSDAP als auch auf Seiten der KPD. Zwischen dem 30. Januar und dem 28. Februar 1933, also in nur einem Monat, wurden sechs KommunistInnen durch Nazis ermordet.

Die Bachstraße, während des 2. Weltkriegs
Stadtarchiv Duisburg

Die Bachstraße, während des 2. Weltkriegs